Fair Wear Foundation

Nur nachhaltige Materialien und ein tolles Produkt sind uns nicht genug. Unsere Produktionskette ist lang und in jedem einzelnen Kleidungsstück steckt die Arbeit vieler Menschen. Vor allem das Zusammennähen der Stoffe zu einem fertigen Teil ist auch heute noch reine Handarbeit.

Wie die meisten Marken, haben auch wir keine eigenen Fabriken, in denen nur ARMEDANGELS Kollektionen genäht werden. Gerade deshalb liegt es an unseren Partnern und an uns selbst, faire Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung für die Menschen zu schaffen, die unsere Produkte herstellen.

Unser Anspruch ist es, unsere Lieferanten dabei zu unterstützen, dauerhaft gute Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiter zu ermöglichen. Das ist auch einer der wichtigen Gründe für unsere regelmäßigen Besuche in den Produktionsstätten. Der gute Kontakt und die Nähe zu den Produzenten ist uns enorm wichtig, denn er ist die Grundlage für das was wir tun. Wir wollen, dass jeder der für uns arbeitet, versteht um was es uns als Marke geht und was unsere Mission ist. Deshalb ist es auch so bedeutend, dass unsere Partner die eigenen Produktionsprozesse hinterfragen und eigenverantwortlich weiterentwickeln – mit unserer Unterstützung und der Hilfe der Initiativen, in denen wir Mitglied sind. Daher setzen wir neben den Audits auch stark auf Trainingskonzepte der Fair Wear Foundation für Arbeiter und Fabrikmanager, die sogenannten Workplace Education Programmes (WEP).

Außerdem besuchen unsere Teams aus Design, Einkauf, Technik und Nachhaltigkeit unsere Lieferanten kontinuierlich. Auch Martin, der Gründer, ist regelmäßig dabei, um die Lieferanten persönlich kennenzulernen und die Partnerschaft zu vertiefen. Jeder Kollege nimmt aber die Themen des anderen mit, sodass immer ein Querschnitt von Themen besprochen wird. Wir kündigen unsere Besuche immer an und sprechen die Termine mit den Produzenten ab. Unsere Lieferanten sind unsere Partner und als solche behandeln wir sie auch. Das heißt vor allem, dass wir eine Geschäftsbeziehung aufbauen, die auf Vertrauen basiert und nicht auf Kontrolle.

Wer ist die Fair Wear Foundation?

Seit Juni 2015 freuen wir uns nun Mitglied bei der Fair Wear Foundation zu sein. Für uns ist das ein wichtiger Schritt unsere soziale Verantwortung noch gezielter wahrzunehmen und unsere Lieferanten dabei zu unterstützen, dauerhaft gute Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiter zu ermöglichen. Die Fair Wear Foundation (FWF) ist eine internationale Multi-Stakeholder-Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat gemeinsam mit allen Mitgliedsunternehmen die Lieferketten und Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken weltweit zu verbessern. In einem strengen Verhaltenskodex, der sich „Code of Labour Practice“ nennt sind u.a. das Verbot von Kinderarbeit, das Recht auf Vereinigungsfreiheit, sichere Arbeitsplätze, existenzsichernde Löhne und eine ressourcenschonende Produktion geregelt - in allen Betrieben, die nach der Stoffproduktion kommen. Das sind z.B. Nähereien, Stickereien, Druckereien und Wäschereien.

Im Detail basiert der Verhaltenskodex auf den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Universal Declaration on Human Rights und legt die Richtlinien für faire Arbeitsbedingungen fest:

  1. Freie Arbeitswahl
  2. Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen
  3. Keine Diskriminierung am Arbeitsplatz
  4. Keine Ausbeutung durch Kinderarbeit
  5. Zahlung existenzsichernder Löhne
  6. Angemessene Arbeitszeiten
  7. Sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen
  8. Ein rechtsverbindliches Arbeitsverhältnis

Den gesamten „Code of Labour Practice“ der Fair Wear Foundation gibt’s hier.

Die Einhaltung dieser Standards wird regelmäßig in unseren Fabriken vor Ort, von uns intern und von Prüfern der FWF, kontrolliert. Dafür nutzen sie verschiedene Mechanismen. Unter anderem sind das:

  • Betriebskontrollen (sogenannte Audits)
  • Beschwerdesystem für Arbeiter
  • Stakeholderkonsultation in den Produktionsländern

Kurz zum Hintergrund

Der Brand Performance Check findet einmal jährlich bei allen Mitgliedsunternehmen der FWF statt. Er überprüft die internen Managementsysteme, um zu bewerten wie das Unternehmen den FWF-Verhaltenskodex (Code of Labour Practice) bei seinen Lieferanten umgesetzt hat. Im Rahmen dieser Kontrolle werden sowohl die Managementsysteme, wie z.B. Produktionsplanung, Einkauf, Lieferantenbeziehungen, etc. unter die Lupe genommen, als auch das Monitoring der Produktionsstätten überprüft. Monitoring bedeutet, wie wir mit Produktionsstätten an Problemen, Missständen & Mängeln arbeiten und sie unterstützen, um diese zu verbessern.

Weitere Aspekte sind das Informationsmanagement, der Umgang mit Beschwerden von Mit-arbeitern der Produktionsbetriebe sowie die Förderung der Transparenz. Die Berichte zu den Brand Performance Checks sind online auf der Seite der FWF für die Öffentlichkeit zugänglich. Unseren ersten Brand Performance Check hatten wir im Mai 2016. Nun liegen endlich auch die Ergebnisse vor. Wir freuen uns sehr, dieses Jahr mit dem Ergebnis „Good“ abgeschlossen zu haben. Das zeigt uns, dass wir auf einem sehr guten Weg sind, faire Arbeitsbedingungen in unserer textilen Lieferkette sicherzustellen. Unser Ziel für 2017 ist auch schon klar gesteckt. Wir wollen „Leader“ werden.

Daran sind wir dieses Jahr knapp vorbei geschrabbt. Warum?

Wir sind erst Mitte des Jahres 2015 Mitglied der Fair Wear Foundation geworden und hatten nur 6 Monate Zeit, um die Arbeit und die Auflagen von einem Jahr zu erfüllen. Das heißt natürlich nicht, dass wir davor auf der faulen Haut gelegen haben. Natürlich haben wir auch schon vor dem Beitritt in die FWF einen hohen Wert auf Sozialstandards gelegt und gemeinsam mit allen Lieferanten an diesen Themen gearbeitet. Nun mussten wir eben noch das System der Fair Wear Foundation bei uns integrieren. Außerdem musste unser Lieferant aus Marokko 2015 leider seine Türen schließen.

Ein super Partner, mit dem wir lange zusammengearbeitet haben. Auch für uns war das eine schwierige Situation, weil wir unsere Aufträge sehr spontan umlegen mussten. Das hat aber alles gut geklappt und wir konnten einen großen Teil der Aufträge nach Portugal verlegen. Durch diesen Lieferantenwechsel konnten wir jedoch nicht genügend auditiertes Umsatzvolumen (Ware, die in Produktionsstätten hergestellt wird, die von der Fair Wear Foundation geprüft wurden) aufweisen, um Leader zu werden.

Puuuh, haben uns echt Mühe gegeben, dass doch etwas komplexe Thema etwas einfacher zu formulieren. Wenn uns das nicht gelungen sein sollte, schreibt gerne noch mal eine Mail an julia.kirschner@armedangels.de. Julia (unsere Nachhaltigkeitsmanagerin) beantwortet Euch gerne noch Fragen.

Wir wissen, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben, aber ist ja auch klar, wenn man das fairste Mode-Label der Welt werden will. Aber wir haben auch schon enorm viel erreicht und darauf sind wir mega stolz.

Hier geht’s zu den ausführlichen Ergebnissen unseres ersten Brand Performance Checks. In unserem allerersten Social Report findest Du noch viel mehr Informationen dazu, wie wir arbeiten und welche Mission wir verfolgen… einfach anklicken.

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