Baumwolle ist die meistbenutzte Naturfaser der Welt. Aber im Baumwoll-Anbau läuft vieles falsch: Giftige Chemie auf den Feldern, genetisch verändertes Saatgut und ein enormer Wasserverbrauch sind nur einige der Probleme. Das muss auch anders gehen!

Baumwolle ist ein super Material: Sie ist vielseitig, strapazierfähig und angenehm zu tragen. Doch hier bei ARMEDANGELS ist uns auch wichtig, wie sie hergestellt wird. Wir wollen Baumwolle, die so fair und nachhaltig wie möglich ist. Aber was ist eigentlich das Problem?

Konventionelle Baumwolle hat einen hohen Preis

Hoher Wasserverbrauch – Um ein Kilo Baumwolle anzubauen, werden 2.120 Liter Wasser verbraucht. Das sind über 440 Liter für ein T-Shirt! (1)

Giftige Chemikalien – Für ein T-Shirt werden 51g giftige Pestizide und chemische Düngemittel auf die Felder ausgebracht. Zum Vergleich: Das Shirt selbst wiegt nur 140g. (2)
Die meisten Bauern tragen weder Schuhe noch Handschuhe oder Atemmasken, wenn sie die Chemie versprühen. Zusätzlich sickern die Giftstoffe ins Grundwasser und belasten das Trinkwasser der Bauernfamilien.

Verschuldung der Bauern – 75% der Baumwollbauern in Indien sind hoch verschuldet, weil sie sonst das teure, genetisch modifizierte Saatgut der großen Agrochemie-Konzerne nicht bezahlen können. Alle 30 Minuten begeht einer von ihnen Selbstmord. Sie sehen keinen Weg raus aus den Schulden. (3)

Kinderarbeit – Die Erträge der Baumwollbauern sind niedrig und wegen der schwankenden Preise auf dem Weltmarkt fehlt es völlig an Planungssicherheit. Deswegen müssen in der konventionellen Baumwollindustrie in Indien mehrere hunderttausend Kinder auf den Feldern helfen statt zur Schule zu gehen oder mit Freunden zu spielen. (4)

Darum nutzen wir Fairtrade Bio-Baumwolle

Niedriger Wasserverbrauch – Bio-Pflanzen verbrauchen weniger Wasser als ihre genmanipulierten Gegenstücke aus den Laboren der Konzerne. Das Erdreich wird geschont und kann so mehr Wasser speichern. Alles in allem verbraucht Bio-Baumwolle 91% weniger Grundwasser.

Keine giftigen Chemikalien – In der Bio-Landwirtschaft werden keine giftigen Pestizide eingesetzt.

Faire Bezahlung – Die Bauern müssen kein genmanipuliertes Saatgut und giftige Chemie-Cocktails von großen Agrochemie-Konzernen kaufen. Sie erhalten einen fairen Preis für ihr Produkt und haben Planungssicherheit. Sie müssen sich nicht verschulden, können vorausplanen und investieren.

Keine Kinderarbeit – Der durch Fairtrade garantierte Mindestpreis erlaubt es den Baumwollbauern auch, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Sie müssen nicht mehr länger auf den Feldern helfen.

Hinfahren und selbst nachschauen


Fairtrade, Bio… Diese Siegel sind eine tolle Sache! Aber wir wollen nicht einfach blind auf Zertifikate vertrauen. Wir wollen selbst herausfinden, ob die Lösungen, für die wir uns stark machen, wirklich einen Unterschied machen. Deswegen sind wir nach Rajkot in Indien gereist, um zu sehen, ob die Fairtrade Bio-Baumwolle, die wir für unsere ARMEDANGELS Kollektionen einsetzen, wirklich eine bessere Lösung ist.

Wir haben „unseren“ Bio-Baumwollbauern Bhimabhai und seine Familie besucht um sie zu fragen: Ist Bio-Baumwolle besser? Welchen Unterschied macht Fairtrade für ihr Leben? Wir wurden herzlich aufgenommen und komplett integriert, haben in ihrem Haus übernachtet und bei der Ernte geholfen. Wir wollen von den wahren Experten lernen. Wir wollen den Menschen zuhören, die noch den direkten Bezug zu unseren Materialien haben und die es am besten wissen. So haben wir aus erster Hand erfahren dürfen, welche Chancen Bio-Baumwolle und das Fairtrade-Konzept für Bauern wie Bhimabhai bieten.

Mehr über unsere Reise nach Rajkot gibt es hier zu lesen.
Hier geht es zu unseren Teilen aus Bio-Baumwolle im Shop.

Quellen:
(1) - Studie von Textile Exchange: „The Life Cycle Assessment of Organic Cotton Fiber“
(2) – Textile Exchange
(3) – Independent Artikel „The True Cost of Fast Fashion“
(4) – Equal Times Artikel: „Child Labour and Exploitation“