Schöner Stoff, hässliches Geschäft? Wir haben lange nach guter Viskose gesucht – und endlich eine gefunden
Viskose fällt wunderbar leicht, liegt angenehm auf der Haut und gibt Blusen & Co. einen seidig glänzenden Look. Kurz gesagt: Viskose ist schön. Nur ist die Herstellung hässlich.
  • Viskose ist eine chemische Faser, dessen Ausgangsmaterial Zellstoff ist, der aus Hölzern gewonnen wird
  • Die meisten dieser Hölzer werden in bewässerungsintensiven Monokulturen gezüchtet, wodurch die Böden auf Dauer auslaugen
  • Die Produktion findet überwiegend in Schwellen- oder Entwicklungsländern statt, in denen nur geringe Umweltstandards herrschen
  • Im Produktionsprozess werden teils giftige Chemikalien wie CS2 in hohen Mengen eingesetzt
  • Der Transport um die halbe Welt verbraucht Unmengen an CO2
„Dreckiger geht’s kaum“, findet unser COO Christian. „Die Verwendung dieses Materials können wir so natürlich nicht vertreten.“

Aber deswegen aufgeben? Kommt für uns nicht in Frage! Die Nachfrage nach leichten Stoffen mit tollem Tragekomfort ist besonders hoch, daher haben wir uns auf die lange Suche nach einer nachhaltigen Viskose-Variante gemacht. Mit Erfolg, wir haben jetzt eine geeignete Alternative gefunden: die weltweit umweltfreundlichste Viskosefaser – EcoVero.

Der Zellstoff für EcoVero wird aus natürlich gewachsenen und zertifizierten Mischwaldbäumen gewonnen, die direkt aus Europa stammen. Produziert wird die Faser bei der Lenzing AG am österreichischen Attersee. Ein Faserhersteller, dessen hochmoderne Fabrikgebäude inmitten idyllischer Wälder und Alpenausläufern liegen.

Lenzing ist ein Weltmarkt-Player, der auf Nachhaltigkeit setzt – und gleichzeitig auch mit großen Fast-Fashion-Ketten zusammenarbeitet. Für uns ist das kein Ausschlusskriterium. „Wir sind da nicht dogmatisch“, sagt Christian. „Ganz im Gegenteil. Wir möchten mit Partnern zusammenarbeiten, die bereit sind, mit uns gemeinsam das Richtige zu tun und etwas zu verändern.“

Wie immer wollen wir es genau wissen. Wir haben einen Tag vor Ort verbracht, in die Produktion geschaut und uns mit allen wichtigen Ansprechpartnern ausgetauscht. Unser Fazit: Eine Viskose-Faser, die sich sehen lassen kann!

„EcoVero hebt Viskose wirklich auf ein neues Level“, sagt Christian, während er im Lenzing-Werk fachmännisch einige Testfasern auseinanderzieht, genau betrachtet und befühlt. „Uns freut besonders, dass die Faser nicht aus Monokulturen - wie dies bei Bambus oder Eukalyptus der Fall ist – sondern aus nachhaltiger Forstwirtschaft kommt. Auch fällt der Transport rund um den Globus weg, da die Hölzer direkt aus Europa stammen und in Österreich bei Lenzing zur Faser verarbeitet werden. Das ist für uns einfach das Argument.“

Neuer Standard - Was bei EcoVero anders ist:
  • EcoVero ist die umweltfreundlichste und sauberste Viskose, die man herstellen kann
  • Der Zellstoff für EcoVero besteht aus FSC- und PEFC-zertifiziertem Holz, das zu über 60% aus österreichischen und bayrischen Wäldern stammt
  • Durch innovative Umweltverfahren werden nahezu alle eingesetzten Chemikalien zurückgewonnen und weiterverwendet
  • Im Vergleich zur herkömmlichen Viskoseproduktion entstehen bei der Herstellung von EcoVero 50% weniger Emissionen und nur die Hälfte des eigentlichen Energie- und Wasserbedarfs wird benötigt
  • Die Zellstoffbleiche erfolgt 100% chlorfrei
  • Kurze Transportwege und die Produktion vor Ort sparen CO2
  • Eine innovative Tracing-Technik macht EcoVero-Stoffe eindeutig erkennbar – und schließt Verbrauchertäuschung aus

EcoVero bleibt jedoch am Ende immer noch ein Viskose-Produkt und kommt trotz verbesserter Umstände in der Herstellung nicht ohne gefährliche Chemikalien aus. Die Lenzing AG investierte jedoch in den letzten Jahren mehrere Millionen Euro, um die Viskose-Herstellung so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Auch ist der Produktionsstandort in Österreich wichtig, da dort Regeln und Standards strenger und besser kontrolliert werden als in vielen anderen Ländern.



Was für uns aktuell zählt ist, dass unser Kooperationspartner nicht nur fiktive Nachhaltigkeitsziele steckt, sondern wirklich etwas verändern will – auch wenn der Konzern auf dem Gebiet durchaus auch noch Verbesserungsbedarf sieht. „Unser Ziel ist es, so vielen Kunden wie möglich die Konsequenzen von dem, was sie kaufen, zu vermitteln“, so Marketing- und Vertriebsvorstand Robert van de Kerkhof im Gespräch. Dabei können wir als Marke Armedangels helfen.

Fazit unseres Besuches: „Es gibt keinen anderen Hersteller im Viskose-Bereich, der sich so öffnet“, weiß Christian. „Leidenschaft und gegenseitiges Vertrauen sind uns wichtiger als nur das Formulieren von Langzeitzielen.“ Bei Lenzing haben wir beides gesehen – und unsere neue Viskose gefunden. Eine mit gutem Look und Feel. Und mit gutem Gewissen.